Die Gemälde von Martin Kasper ziehen den Betrachter magisch in ihren Bann. Seine Räume entfalten sich wie Bühnenaufbauten. Gleichsam vom Zuschauerraum aus folgt man dem Sog der Darstellung: Aufgeführt wird hier die Leere und ihr poetischer Klang.
Es sind verlassene Räume, konstruierte Räume, in denen die menschliche Figur zumeist abwesend ist und die Zeit still steht. Trotz dieser scheinbaren Reglosigkeit suggerieren die Räume vergangene oder zukünftige Momente und damit auch den Nachklang oder die Vorahnung einer physischen Anwesenheit: Den Museumsbesucher im Louvre, die Tanzenden im Ballsaal, die Fahrgäste im Zug.
Sitzbänke, Stühle, Treppen oder ein glänzender Parkettboden zeigen die latente Präsenz des Menschen an. Der oft menschenleere Raum, aus- und aufgeräumt, wird zum Vehikel der seelischen Befindlichkeit.
Martin Kaspers inszenierte Innenraum-Bilder stellen Orte der Leere dar, die dem Betrachter Freiräume zur Reflexion bieten: Das kann beängstigend sein, albtraumartig, aber ebenso faszinierend.
Kaspers Architekturbilder bestechen durch ihre suggestive Erlebniskraft, die den Betrachter herausfordern.
Der Künstler ist seit 2011 als Gastdozent an der Haute École des arts du Rhin (HEAR) in Straßburg tätig. Er war u.a. Stipendiat an der Cité Internationale des Arts in Paris und zuletzt in Chamalot, résidence d’artistes, zusammen mit seinem Malerkollegen Ben Hübsch.

 

Sammlungen (Auswahl)
Margit Biedermann Foundation
Sammlung Frieder Burda
Musée d‘Art Moderne et Contemporain de Strasbourg
Collection François Fauchon et Brigitte Ferrari
Collection Colas

 

Ausstellungen (Auswahl)

2019   Martin Kasper – Studiopaintings. Galerie Mario Strzelski, Stuttgart
2018   Martin Kasper – "Im Wechsel". Galerie Bernhard Bischoff, Bern
2016  

"Lost in Translation". Galerie JOSEPH. Paris, F
Bruchstücke / Spiegelfragmente. Städtisches Museum Engen + Galerie, Engen, D
Happy Together (Gemeinschaftsarbeiten von Ben Hübsch und Martin Kasper). Städtische Galerie im Stapflehus, Weil am Rhein, D
PONG. Haus der Kunst St. Josef, Solothurn, CH

2015

  Voisinages. L’espace d’Art Contemporain André Malraux, Colmar, F
2014  

Vendange tardive (Ben Hübsch et Martin Kasper). Meymac, Centre d’art contemporain (CAC), F
Echokammer. Museum Künstlerkolonie, Mathildenhöhe Darmstadt, D

2013   Adventus, centre d‘art contemporain, Meymac, F
2011   Up and down. Chalabi Art Gallery, Istanbul, T
Et si l’jespace ne serait qu‘une dimension intérieure. Centre d‘art contemporain, Meymac, F



Publikationen (Auswahl)

2014   Ralf Beil, Im Labyrinth der Stille, in: Martin Kasper – Echokammer. Ausst.-Kat. Mathildenhöhe Darmstadt. S. 96–105.
2009   Hans-Joachim Müller, Am Bühnenrand, in: Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Hrsg. ZEIT Kunstverlag, Hamburg,
S. 2–8.
2007   Emmanuel Brassat, Multiple Räume, in: Martin Kasper – Raumerinnern. Ausst.-Kat. Städtische Galerie Villingen
Schwenningen, S. 7–14 (Text in dt./fr. /engl.)
2007   Bernd Künzig, Korrektur des Raumvergessens. Die Malerei Martin Kaspers, in: Martin Kasper – ausgeräumt.
Ausst.-Kat. Haus der Kunst St. Joseph, Solothurn
2002   Painting on the Move. Hrsg. von Bernhard Mendes Bürgi, Peter Pakesch, Basel
2001   Abbild, recent portraiture and depiction. Hrsg. von Peter Pakesch, Springer Verlag, Wien